

Erfolgreiche Biennale 2026 – Europas Chicorée-Branche im Austausch
Mit 160 Teilnehmenden am ersten Tag und rund 200 Teilnehmenden am zweiten Veranstaltungstag war die Biennale 2026 ein voller Erfolg. Produzentinnen und Produzenten, Fachleute aus Anbau, Handel und Vermarktung sowie Branchenvertreterinnen und -vertreter aus den wichtigsten Chicorée-Anbauländern Europas nutzten die Veranstaltung für einen intensiven Austausch über die Zukunft des Gemüses.
Im Zentrum der Biennale 2026 standen die aktuellen Herausforderungen und Chancen der Branche: Überproduktion und der daraus resultierende Preisdruck, steigende Produktionskosten, neue Markt- und Konsumententrends sowie die weitere Rationalisierung der Produktion durch technische Innovationen und Robotik.
Chicorée ist kein Billiggemüse
Chicorée ist ein hochwertiges, aufwändig produziertes Gemüse – und kein Billigprodukt. Vom Anbau der Wurzeln über die Lagerung bis zur Treiberei und Ernte erfordert die Produktion viel Fachwissen, präzise Planung, Energie, Infrastruktur und sorgfältige Handarbeit. Diese Produktionsrealität gerät durch steigende Kosten für Energie, Personal, Betriebsmittel und Logistik zunehmend unter Druck. Gleichzeitig verschärfen Übermengen und der daraus entstehende Preiswettbewerb die wirtschaftliche Situation der Betriebe zusätzlich.
Die Gespräche an der Biennale zeigten deutlich: Eine langfristig tragfähige Wertschöpfung ist nur möglich, wenn sich die hohe Qualität und der Produktionsaufwand auch angemessen im Marktpreis widerspiegeln. Die Kernaussage lautet deshalb: Produzieren, was der Markt nachfragt – und dafür kostendeckende Preise verlangen.
Neue Marktchancen durch mehr Wertschätzung
Neben den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen rückte auch die Marktentwicklung in den Fokus. Chicorée verfügt über viele Eigenschaften, die zeitgemässe Ernährungstrends aufnehmen: Das Gemüse ist vielseitig einsetzbar, kalorienarm, aromatisch und passt zu einer frischen, bewussten sowie abwechslungsreichen Küche.
Die Branche sieht Potenzial darin, diese Vorteile noch klarer zu vermitteln – im Handel, in der Gastronomie und direkt bei den Konsumentinnen und Konsumenten. Neue Rezeptideen, attraktive Präsentationen am Verkaufspunkt und eine verständliche Kommunikation über Herkunft, Produktionsweise und Verwendung können dazu beitragen, Chicorée stärker als hochwertiges und modernes Gemüse zu positionieren.
Eine bessere Wertschätzung des Produkts kann zudem dazu beitragen, den Fokus vom reinen Preisvergleich auf Qualität, Geschmack, Herkunft und den tatsächlichen Produktionsaufwand zu lenken.
Rationalisierung und Robotik im Anbau
Ein weiterer Schwerpunkt galt den Möglichkeiten der Automatisierung. Angesichts des Kostendrucks und der steigenden Anforderungen an Effizienz gewinnen rationalisierte Prozesse und robotergestützte Lösungen im Anbau und in der Verarbeitung an Bedeutung.
Dabei geht es nicht um Technik um ihrer selbst willen. Ziel ist es, körperlich anspruchsvolle oder repetitive Arbeitsschritte zu unterstützen, Ressourcen effizienter einzusetzen und die Qualität zuverlässig zu sichern. Der Austausch an der Biennale machte deutlich, dass digitale Systeme, Automatisierung und Robotik künftig wichtige Bausteine für wettbewerbsfähige Chicorée-Betriebe sein werden.
Gemeinsamer Blick nach vorne
Die Biennale 2026 hat eindrücklich gezeigt, wie wertvoll der grenzüberschreitende Austausch innerhalb der europäischen Chicorée-Branche ist. Die hohe Beteiligung aus den führenden Anbauländern unterstrich das gemeinsame Interesse, Antworten auf wirtschaftliche, technische und marktseitige Veränderungen zu finden.
Mit neuen Impulsen, konkreten Diskussionen und einem starken Netzwerk endete die Veranstaltung mit einem zuversichtlichen, aber klaren Blick nach vorne: Chicorée bleibt ein anspruchsvolles, hochwertiges und zukunftsfähiges Gemüse – wenn bedarfsgerecht produziert wird, kostendeckende Preise erzielt werden können und Produktion, Handel sowie Kommunikation am gleichen Strang ziehen.
Zum Nachlesen/Nachschauen – die Tagungsdokumentation 2026
Bildquelle: Verband Schweizer Gemüseproduzenten VSGP





































































































